Selbstregulation beschreibt die Fähigkeit, das eigene innere Erleben so zu steuern, dass wir uns stabil und mit uns selbst verbunden fühlen. Gemeint ist damit ein Zustand, in dem unser Nervensystem weder überfordert noch erstarrt ist, sondern in einem Bereich bleibt, in dem wir angemessen reagieren können.
Diese Fähigkeit entwickelt sich nicht von selbst. Als Baby sind wir darauf angewiesen, dass unsere Bezugspersonen uns beruhigen und begleiten. Durch diese wiederholten Erfahrungen lernt unser inneres System allmählich, sich auch selbst zu regulieren. So entsteht im Laufe der Entwicklung die Grundlage dafür, später eigenständig mit Belastungen umzugehen.
Im Alltag regulieren wir uns fortwährend. Gedanken, Gefühle und äußere Anforderungen verändern unseren inneren Zustand immer wieder. Wenn die Selbstregulation gut entwickelt ist, können wir flexibel darauf reagieren und kehren nach Belastungen wieder in ein inneres Gleichgewicht zurück.
Ist diese Fähigkeit jedoch eingeschränkt, kann es leichter zu Zuständen der Überforderung oder inneren Erschöpfung kommen. Manche Menschen reagieren dann mit Anspannung, Reizbarkeit oder Angst, andere eher mit Rückzug, Müdigkeit oder innerer Leere. Diese Zustände sind Ausdruck eines Nervensystems, das sein Gleichgewicht vorübergehend verloren hat.
In der therapeutischen Arbeit spielt die Stärkung der Selbstregulation eine zentrale Rolle. Mit zunehmender innerer Stabilität entsteht mehr Sicherheit im eigenen Erleben und damit auch mehr Freiheit, das eigene Leben bewusst zu gestalten.
Ihre
Margit Ennen
