In Beziehungen geschehen Dinge oftmals ohne das wir sie gleich bemerken.
Man übernimmt vielleicht etwas, weil es nahe liegt, man denkt bei allem mit, hält die Dinge zusammen und wirkt in sich so ganz selbstverständlich.
Gerade deshalb fällt es uns manchmal so schwer zu bemerken, wann sich etwas verändert.
Aus unseren einzelnen Handlungen wird nach und nach eine Haltung. Man trägt mehr, als man ursprünglich wollte. Und gleichzeitig wird auf der anderen Seite weniger notwendig.
Obwohl wir das garnicht wollen, verändert sich plötzlich das Gleichgewicht.
Ein aufschlussreicher Moment ist der, in dem ein inneres Zögern in uns auftaucht:
Eigentlich möchte ich das gerade nicht mehr tun.
Und im nächsten Augenblick tun wir es trotzdem.
Hier zeigen sich zwei Bewegungen: Eine nimmt die eigene Grenze wahr. Die andere sorgt dafür, dass die Beziehung stabil bleibt.
Oft ist diese zweite Bewegung stärker.
Sie beruht auf Erfahrunge, in denen Beziehung nicht selbstverständlich war, sondern gesichert werden mussten.
Wenn in einer Beziehung etwas ausbleibt – eine Antwort, eine Bewegung – entsteht Spannung. Und diese Spannung wird häufig durch eigenes Handeln reguliert.
Indem wir übernehmen, entsteht wieder Ordnung. Und gleichzeitig verschiebt sich das Gleichgewicht weiter.
So entsteht ein Prozess, in dem Beziehung aufrechterhalten wird – indem man sich selbst ein Stück zurücknimmt.
Veränderung beginnt nicht im Außen. Sondern in dem Moment, in dem wir diese Dynamik wahrnehmen – und nicht sofort darauf reagieren.
Eine vertiefende Auseinandersetzung mit diesem Thema finden Sie hier: https://youtu.be/JHq4FyYD7PM
Ihre
Margit Ennen