Familie ist für viele Menschen ein Ort der Zugehörigkeit. Und gleichzeitig auch ein Ort, an dem innere Konflikte entstehen können.
In meiner Praxis begegne ich immer wieder Menschen, die sich zwischen zwei Bedürfnissen erleben: dem Wunsch nach Verbindung und dem Wunsch, sich selbst treu zu bleiben. Sie spüren, dass ihnen Nähe wichtig ist. Und zugleich merken sie, dass bestimmte Kontakte sie erschöpfen oder innerlich unter Druck setzen.
Sich gegenüber der eigenen Familie abzugrenzen, ist für viele Menschen nicht einfach. Oft tauchen Schuldgefühle auf oder die Sorge, andere zu verletzen. Denn Familie ist nicht nur eine äußere Realität. Sie ist auch tief in uns verankert. Über viele Jahre haben wir gelernt, welche Rolle wir einnehmen, was von uns erwartet wird und wie Zugehörigkeit entsteht.
Manche Menschen beginnen erst im Erwachsenenalter wahrzunehmen, wie stark diese inneren Bindungen noch wirken. Sie stellen sich Fragen, die sie sich früher nicht gestellt haben: Wie viel Nähe tut mir gut? Wo beginne ich, mich selbst zu verlieren? Und wie kann ich in Kontakt bleiben, ohne mich dabei zu verlassen?
Es ist ein Prozess, auf diese Fragen eigene Antworten zu finden. Nicht gegen die Familie, sondern für sich selbst.
In meiner Podcastfolge spreche ich ausführlicher über diese innere Dynamik, über Loyalität, Schuldgefühle und die Bedeutung von Abgrenzung innerhalb der Familie.
Hier können Sie die Folge anhören:
Ihre
Margit Ennen
